Ihr steht in den Startlöchern, um Euer Traumhaus zu bauen? Habt Ihr auch daran gedacht, wie Ihr mit Licht und Schatten in Eurem Haus und auf Eurem Grundstück umgehen wollt? Ein Aspekt, den Ihr auf keinen Fall vernachlässigen solltest. Auch wenn die baulichen Gegebenheiten Planungen begrenzen können, lassen sich möglicherweise Kompromisse schließen.
Grundriss: Sonnenverlauf in die Planung miteinbeziehen
Die Ausrichtung eines Neubaus wird bei den Planungen häufig vernachlässigt. Später, wenn das Gebäude steht, die Räume, Terrasse und Balkon bezugsfertig sind, kommt oft das große Erwachen: Der Balkon ist groß genug für ein ausgiebiges Frühstück, liegt aber Richtung Osten oder Norden und ist - außer bei ganz großer Hitze – einfach zu kalt, um es sich dort morgens gemütlich zu machen. Nicht selten reservieren Bauherrn ihren Balkon in diesen Fällen für den Wäscheständer. Oder: Die Terrasse ist sonnendurchflutet, aber im Sommer einfach zu heiß, Schatten gibt es nicht oder nur im Haus. Doch auch in Euren eigenen vier Wänden kann die Hitze unerträglich werden, wenn Ihr Euch keine Gedanken um den Sonnenverlauf macht.
Wie Ihr wisst, geht die Sonne im Osten auf und sinkt in Richtung Westen. Wie hoch die Sonne im Süden steht, Euch also maximale Sonneneinstrahlung bringt, hängt auch von der Jahreszeit ab. Der längste Tag ist der 21. Juni (Sommersonnenwende, die Tage werden kürzer), der kürzeste am 21. Dezember (Wintersonnenwende, die Tage werden länger). Wenn Ihr den jahreszeitlichen Sonnenstand in Eure Planungen miteinbezieht, könnt Ihr den Grundriss Eures Hauses besser planen. Niemand möchte vermutlich in einem dunklen Wohnzimmer sitzen, das nach Norden ausgerichtet ist. Hinzu kommt, dass Ihr mit einer optimalen geografischen Ausrichtung des Hauses auch Energie sparen könnt.
Nord-Süd-Ausrichtung ist auch energetisch sinnvoll
Früher wurden Häuser meisten in Ost- West-Lage gebaut. Und zwar deshalb, weil auf diese Weise im Jahresverlauf die meisten Sonnenstrahlen in das Haus dringen. Obwohl bei einer Ost-West-Ausrichtung das meiste Tageslicht eingefangen wird, hat dieses Prinzip auch einen Nachteil: Im Winter, wenn die Sonne deutlich später und an anderer Stelle aufgeht als im Sommer und relativ schnell wieder am Horizont versinkt, kühlt das Gebäude schnell aus. Dementsprechend muss deutlich mehr geheizt werden. Bei einer Nord-Süd-Ausrichtung ist das anders – hier lässt sich das Sonnenlicht auch im Winter einfangen und zur Erwärmung der Räume nutzen, vorausgesetzt, der Grundriss des Hauses ist geschickt geplant. Achtet also darauf, dass die Nebenräume wie Flur, Bad, EW, Treppenhaus oder Abstellraum nach Norden liegen, während die Räume, in denen Ihr Euch aufhaltet (Wohnzimmer, Essraum) gen Süden zeigen.
Sonnenschutz einplanen
Das Schlafzimmer hingegen sollte östlich ausgerichtet werden – so sorgt Ihr dafür, von den ersten Sonnenstrahlen aus dem Schlaf gekitzelt zu werden. Läge das Schlafzimmer im Westen, würde die Abendsonne den Raum im Sommer noch einmal zusätzlich aufheizen. Gerade die Westseite wird in der warmen Jahreszeit noch stärker bestrahlt als die Südseite. Im Frühjahr und im Spätsommer/Frühherbst dringen die Sonnenstrahlen Eure Räume aufgrund des veränderten Neigungswinkels dann durch Eure Räume. Das sorgt nicht nur für Helligkeit, sondern kann auch helfen, dass die Heizperiode ein wenig nach hinten verschoben werden kann. Wollt Ihr Euer Schlafzimmer westlich ausrichten oder bleibt Euch nur diese Möglichkeit, solltet Ihr nach dem Einzug für vernünftigen Sonnenschutz sorgen.
Das können Vorhänge, Rollos oder Plissees sein. Sie gibt es auch mit sonnenreflektierenden Beschichtungen auf der Außenseite. Auf diese Weise bleibt es auch an heißen Tagen in Euren Räumen kühl und angenehm.
Auch das Badezimmer findet nicht nur gen Norden einen guten Platz: Auch in östlicher Lage ist es gut aufgehoben, genauso wie die Küche. Letztendlich sind es aber Eure persönlichen Vorlieben, die darüber entscheiden, zum Beispiel die Möglichkeit, den Sonnenuntergang vom Wohnzimmer aus beobachten zu können.
Großzügige Glasfronten
Wenn Ihr befürchtet, dass diese Aufteilung im Haus im Sommer für Überhitzung sorgt und Ihr es im Wohnzimmer nicht mehr aushaltet: Die Gefahr ist relativ gering, denn durch den steilen Strahlungswinkel der hoch stehenden Sonne erreichen die Strahlen eher vordere Fensterbereiche und durchdringen nicht komplett die Räume. Außerdem schirmt ein Dachüberstand Strahlen ab. Im Winter kann die niedrigstehende Sonne bodentiefe Fenster und großzügige Glasfronten durchfluten, was sich während der dunklen Jahreszeit positiv auf Euer Wohlbefinden auswirkt. Auch eine Galerie kann mehr Licht ins Haus bringen : Dabei handelt es sich um einen offenen Bereich, der im Obergeschoss liegt. In einer lichtdurchfluteten Galerie über dem Wohnzimmer ist zum Beispiel Platz für das Klavier, eine Leseecke oder eine Bibliothek. Im Treppenhaus sorgt ein offener Bereich ebenfalls für mehr Helligkeit.
Veröffentlicht am von press profile homify über homify-Magazin
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